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1. Bielefelder Adipositas-Tag am 07. Februar 2026 in der Stadthalle Bielefeld
Am 7. Februar 2026 fand in der Stadthalle Bielefeld der „1. Bielefelder Adipositas-Tag“ statt. Die Veranstaltung machte deutlich: Adipositas ist eine chronische Erkrankung mit hoher gesellschaftlicher Relevanz – und die aktuelle Versorgungssituation wird von Betroffenen und Fachleuten gleichermaßen als alarmierend beschrieben. Dabei ist das Ausmaß enorm: Fast jeder vierte Mensch in Deutschland ist betroffen.
Priv.-Doz. Dr. Carolina Pape-Köhler, Initiatorin und Organisatorin der Veranstaltung, Gründungsmitglied des Kompetenznetzes Metabolische Medizin Ostwestfalen und Chefärztin der Adipositas Klinik am Klinikum Bielefeld, rief dazu auf, diese Veranstaltung als Startpunkt für ein starkes Netzwerk zu nutzen. „Wir sind heute hier, um wie bei einem Mosaik alle Akteure, Ebenen, Angebote und Fachkompetenzen zusammen zu bringen!“ Pape-Köhler betonte, dass nicht nur – wie es leider heutzutage der Fall ist- jeder Zehnte eine Therapie erhalten dürfe, sondern perspektivisch jede betroffene Person.
Ein zentrales Thema war die unzureichende Versorgungslage von Betroffenen: Michael Wirtz, 1. Vorsitzender AdipositasHilfe Deutschland e.V. machte deutlich, dass viele notwendige Therapien weiterhin nicht zuverlässig zugänglich sind. Das bestehende Angebot sei zwar vorhanden, werde jedoch durch bürokratische Hürden, fehlendem Wissen und unsicherer Kostenübernahmen stark eingeschränkt.
Besonders belastend wirke dabei das anhaltende Stigma der Erkrankung, das medizinische und gesellschaftliche Fortschritte überlagere. Der Patientenbeauftragte Stefan Schwartze, MdB, Patientenbeauftragter der Bundesregierung, sprach eindringlich von einer regelrechten „Horrorsituation“ für manche Betroffene. Das machten auch sehr eindrücklich zwei Patientinnen deutlich, die live von ihrem Leidensweg berichteten und ein starkes Zeichen mit ihrer lauten Stimme gegen Schweigen und Hilflosigkeit setzten.
Einigkeit herrschte darüber, dass Prävention der Schlüssel für eine nachhaltige Verbesserung ist. Frühzeitige Bewegungsangebote, Sportförderung und Gesundheitsprävention – bereits ab dem Kita-Alter – wurden als wichtige Mosaiksteine im Gespräch mit Bielefelds Oberbürgermeistern Dr. Christiana Bauer benannt.
Bewegungsmangel, Ernährung und Sport müssten stärker in den Alltag von Kindern integriert werden. Vorgestellt wurde zudem ein spezielles Seminarformat an der Universität, koordiniert von Pia Gadewoltz, Universität Bielefeld, das interdisziplinär angelegt ist und sich gezielt mit Adipositas befasst..
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der öffentlichen Wahrnehmung. Adipositas sei keine Frage von Schuld oder Willensschwäche, sondern eine Erkrankung. Menschen dürften weder ausgegrenzt noch stigmatisiert werden – weder im Stadtbild noch im gesellschaftlichen Diskurs. Dies zeigten auch die über 25 Fachaussteller mit ihren Infoständen und Angeboten rund um die Erkrankung Adipositas.
Der gut besuchte Tag setzte somit den Auftakt zu Gesprächsanlässen. Denn Prävention geht uns alle an: Veranstaltungen wie der Bielefelder Adipositas-Tag sollen Sichtbarkeit, Kontinuität und Zusammenarbeit stärken, um dieses gesellschaftlich wie medizinisch hochrelevante Thema nachhaltig voranzubringen.